„Dankbarkeit gegenüber ausländischen Arbeitnehmer:innen: Betrachtungen mithilfe von Thomas von Aquin“
Schlagwörter:
Dankbarkeit, Verpflichtungen, Thomas von Aquin, Migrationsgerechtigkeit, TugendethikKey words:
Gratitude, obligations, Thomas Aquinas, migratory, justice, virtue ethicsAbstract
Dieser Artikel untersucht den Begriff der Dankbarkeit im Rahmen von Theorien der Migrationsgerechtigkeit und stützt sich dabei auf eine kritische Analyse eines Artikels von Mollie Gerver. Gerver argumentiert, dass ausländische Arbeitskräfte, die während der COVID-19-Pandemie trotz erheblicher Risiken eine Schlüsselrolle gespielt haben, Anerkennung in Form einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis verdienen. Sie begründet diese Position damit, dass eine solche Maßnahme zwei wesentliche Aspekte der Dankbarkeit erfüllt: einerseits eine symbolische Anerkennung, die zeigt, dass die Arbeitskräfte nicht bloß als Mittel zum Zweck, sondern als Zweck an sich betrachtet werden, und andererseits eine materielle Anerkennung, die ihre Grundrechte sowie ihre Teilhabe am öffentlichen Leben sichert. Ausgehend von dieser Perspektive untersucht der Artikel die philosophische Grundlage der Verpflichtung zur Dankbarkeit anhand der Theorie von Thomas von Aquin. Die Analyse offenbart jedoch mehrere Grenzen für die Anwendung eines solchen Ansatzes im Kontext der Migration. Es wird gezeigt, dass der Rekurs auf Dankbarkeit zwar wichtige moralische Verpflichtungen gegenüber ausländischen Arbeitnehmer:innen aufzeigen kann, jedoch keine ausreichende Grundlage für eine institutionelle Migrationsgerechtigkeit bietet.
This article explores the concept of gratitude within the framework of migration justice theories, based on a critical analysis of Mollie Gerver's article. Gerver argues that foreign workers who played a key role during the COVID-19 pandemic, despite the significant risks involved, deserve recognition in the form of long-term admission to the host country. She justifies this position by highlighting that such a measure satisfies two essential aspects of gratitude: symbolic recognition, which affirms that workers are valued as ends in themselves rather than as mere tools, and material recognition, which ensures their fundamental rights and participation in public life. Drawing on this perspective, the article examines the philosophical foundations of the obligation of gratitude, engaging with the theory of Thomas Aquinas. Such an analysis leads tot he identification of several limitations to applying this perspective in the context of migration. In conclusion, while gratitude provides valuable moral insights regarding obligations towards foreign workers, it cannot serve as a sufficient foundation for institutional migration justice.
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