Das ewige Lächeln.

Zur Relevanz einer bislang unbeachteten These des Thomas von Aquin für die philosophische Anthropologie

Autor:innen

Schlagwörter:

Thomas von Aquin, Humor, Leib, Identität, Zeit, Auferstehung

Key words:

Humour, Living Body, Identity, Time, Resurrection, Thomas Aquinas

Abstract

Die Frage nach dem Lächeln und dem Humor erweist sich als aufschlussreiche Heuristik zur präziseren Bestimmung der Grenzen menschlicher Existenz – sowohl im Hinblick auf lebende, empfindungsfähige und nicht-rationale Wesen als auch im Hinblick auf künstliche, rationale und nicht verkörperte Entitäten. Im Zentrum der Untersuchung steht die Ausarbeitung eines Humorbegriffs, der von zeitgenössischen Theorien bislang weitgehend unbeachtet geblieben ist und den Thomas von Aquin gleichsam beiläufig als Antwort auf die scholastische Anthropologie seiner Zeit entwickelt hat. Die Analyse dieser thomistischen Konzeptualisierung – des Lächelns als ewiges Lachen – erlaubt es einerseits, die Kategorien zu problematisieren, welche die gegenwärtigen philosophischen Debatten über Humor strukturieren, und andererseits, den Zusammenhang zwischen Humor und verkörpertem Leben grundlegend neu zu bestimmen.

English version

The question of smiling and humour serves as a revealing heuristic for more precisely delineating the boundaries of human existence - both with respect to living, sentient, and non-rational beings, and with respect to artificial, rational, and non-embodied entities. The inquiry centres on the articulation of a conception of humour that has been largely neglected by contemporary theories and that Thomas Aquinas incidentally developed in response to the scholastic anthropology of his time. An analysis of this Thomistic conceptualisation - understood as smiling as eternal laughter - enables, on the one hand, a critical interrogation of the categories that dominate current philosophical debates on humour and, on the other hand, a fundamental re-examination of the relation between humour and embodied life.

Autor:innen-Biografie

  • Andrea Aldo Robiglio, KU Leuven

    Andrea Aldo Robiglio ist Professor für Geschichte der Philosophie am Hoger Instituut voor Wijsbegeerte der KU Leuven und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
    Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der mittelalterlichen und der Renaissance-Philosophie, in der Geschichte der Logik sowie in der Ästhetik. Diese Fächer hat er in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden gelehrt. Professor Robiglio ist Mitbegründer und Mitherausgeber der Open-Access-Zeitschrift Mediterranea. International Journal on Transfer of Knowledge.
    Die Zeitschrift widmet sich den vielfältigen Formen des Wissenstransfers von der Spätantike bis zur Frühen Neuzeit.

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Rubrik

Schwerpunkt: Thomas von Aquin

Zitationsvorschlag

Das ewige Lächeln.: Zur Relevanz einer bislang unbeachteten These des Thomas von Aquin für die philosophische Anthropologie. (2026). Zeitschrift für Praktische Philosophie, 12(2). https://doi.org/10.22613/