Elternschaft und reproduktive Gerechtigkeit in Philosophien des Guten Lebens
Der capability approach und das Recht, (k)ein Kind zu bekommen
Schlagwörter:
Gutes Leben, Reproduktion, Autonomie, Gerechtigkeit, KinderKey words:
Good life, reproduction, autonomy, justice, childrenAbstract
Objektivistische Theorien guten Lebens berufen sich auf Listen von Bedürfnissen, Gütern oder Fähigkeiten, die realisiert werden müssen, um ein gutes Leben führen zu können. Mit solchen Listen wird bezweckt, die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit philosophisch besser zu fundieren. Im Beitrag wird untersucht, ob dies auch in Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit und insbesondere auf Fragen von Fortpflanzung und Elternschaft gelingt. Dazu soll die weithin bekannte objektivistische Theorie guten Lebens von Martha Nussbaum sowie deren kritische Ergänzung durch Angelika Krebs untersucht werden. Wir werden zeigen, dass beide Philosophinnen ein einseitiges Verständnis reproduktiver Gerechtigkeit vertreten, das die Befähigung zur Elternschaft ungerechtfertigterweise aus der Liste objektiver Güter guten Lebens ausschließt.
Objectivist theories of the good life refer to lists of needs, goods or capabilities that must be realized in order to lead a good life. The purpose of such lists is to provide a better philosophical foundation for achieving social justice. This paper examines whether this is also possible with regard to gender justice and, in particular, to questions of reproduction and family. To this end, we will examine Martha Nussbaum's well-known objectivist theory of the good life and Angelika Krebs' critical addition to it. We will show that both philosophers adopt a one-sided understanding of reproductive justice that unjustifiably excludes the ability to parent from the list of objective goods of a good life.
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