Gesundheitsbezogenes Self-Tracking und Selbstvertrauen

Autor:innen

  • Susanne Hiekel IEGTM

Schlagwörter:

Self-Tracking, Vertrauen, Selbstvertrauen, Kontrolle, Gesundheit, Manipulation

Key words:

Self-Tracking, Trust, Self-Trust, Control, Health, Manipulation

Abstract

Gesundheitsbezogenes Self-Tracking ist ein weit verbreitetes Phänomen, das Chancen hat, aber auch bestimmte Gefährdungen mit sich bringt. Eine dieser Gefährdungen ist es, dass diese Praxis, die vielfach mit der Motivation betrieben wird, präventiv etwas Nützliches für die eigene Gesundheit zu tun bzw. Krankheiten zu managen oder zu vermeiden, negative Auswirkungen auf das Selbstverständnis, das Selbstbild der sich selbst trackenden Personen haben kann. Wenn Self-Tracking kontrollierend eingesetzt wird, ist es als Ausdruck mangelnden Selbstvertrauens bei der Verfolgung gesundheitsbezogener Ziele aufzufassen. Zudem arbeitet es sehr häufig mit Mechanismen, die zusätzlich Selbstvertrauen unterminierende Wirkung entfalten können. Um diese These zu untermauern, wird Selbstvertrauen unter Rückbezug zu Überlegungen zum interpersonalen Vertrauen als eine Relation ausgewiesen, die durch epistemische Unsicherheit, eine gewisse Beharrlichkeit und eine vertrauensspezifisch-relationale Komponente gekennzeichnet ist. Es wird gezeigt, dass kontrollierend wirkendes Self-Tracking diesen für das Selbstvertrauen charakteristischen Merkmalen entgegensteht. 

English version

Health-related self-tracking is a widespread phenomenon that offers both: opportunities and risks. One of these risks is that the practice, often motivated by the desire to do something useful for one's health or to manage or avoid illness, can have a negative impact on the self-image of the person tracking herself. When used in a controlling way, tracking yourself via digital devices is a sign of lacking self-trust pursuing health-related goals. In addition, self-tracking often works with mechanisms that can further undermine self-trust. To substantiate this thesis, ‘self-trust’ is characterised with reference to considerations on interpersonal trust. Self-trust is identified as a relation characterised by epistemic uncertainty, a certain persistence, and a trust-specific relational component. It is shown that self-tracking used in a controlling manner runs counter to these characteristics of self-trust. 

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Zitationsvorschlag

Gesundheitsbezogenes Self-Tracking und Selbstvertrauen. (2025). Zeitschrift für Praktische Philosophie, 12(1). https://doi.org/10.22613/zfpp/12.1.3