„Die Wiese lacht.“

Naturpolitische Implikationen der Prosopopöie

Autor:innen

  • Andreas Hetzel

Schlagwörter:

Antlitz , Anthropozän, Anthropomorphismus, Ethik, Metapher, Prosopopöie

Key words:

anthropocene, anthropomorphism, ethics, face, metaphor, prosopopoeia

Abstract

In anthropozentrischen Ansätzen der Umweltethik wird immer wieder unterstellt, dass wir der außermenschlichen Natur nur in einem übertragenen oder metaphorischen Sinn moralisch bedeutsame Eigenschaften oder gar intrinsische Werte unterstellen können. Ein modernes wissenschaftliches Weltbild nötige uns zu einem methodischen Anthropozentrismus. Mein Beitrag untersucht in kritischer Hinsicht einige der Voraussetzungen, die diese Argumentation in Bezug auf metaphorisches Sprechen und moderne Weltbilder macht. Ausgehend von Aristoteles, Blumenberg und Ricœur zeige ich, dass rhetorische Figuren wie die Metapher und die Prosopopöie nicht einfach einer unbelebten Entität Leben unterstellen, sondern die Grenze zwischen Lebendem und Nicht-Lebendem politisch verhandeln.

English version

In anthropocentric approaches to environmental ethics, it is repeatedly assumed that we can only attribute morally relevant qualities such as intrinsic values to non-human nature in a figurative or metaphorical sense. A modern scientific view of the world requires us to adopt a methodical anthropocentrism. The paper critically examines some of the presuppositions that this argument makes in relation to metaphorical speech and modern worldviews. Drawing on Aristotle, Blumenberg and Ricœur, I show that rhetorical figures such as metaphor and prosopopoeia do not simply impute life to an inanimate entity, but make the boundary between the animate and inanimate politically negotiable.

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Rubrik

Schwerpunkt: Politische Metaphorologie: Funktion – Wirkung – Kritik

Zitationsvorschlag

„Die Wiese lacht.“: Naturpolitische Implikationen der Prosopopöie. (2025). Zeitschrift für Praktische Philosophie, 12(1). https://doi.org/10.22613/zfpp/12.1.14