Call for Papers: Feministische Perspektiven auf die Globalisierung

25.03.2022

Schwerpunktherausgeber:innen: Franziska Paulmann (Kassel) & Jens Schnitker-v. Wedelstaedt (Kiel)

Die globale Ethik befasst sich mit Themen sowohl in ihrer globalen Reichweite als auch in ihren lokalen Ausprägungen. So gibt es unter anderem zahlreiche Debatten über den gerechten Umgang mit Migration und Flucht, die Herausforderungen des menschengemachten Klimawandels, Krisen von Demokratie und Kapitalismus und den Umgang mit Tendenzen zunehmender Radikalisierung politischer und sozialer Überzeugungen. In einer Mehrheit der genannten Fälle deutet die empirische Forschung darauf hin, dass insbesondere Frauen an den negativen Effekten dieser Veränderungen leiden und zudem in besonderer Weise von ihnen betroffen sind. Sie stellen somit weltweit eine besonders vulnerable Gruppe dar, deren Perspektive eigens Berücksichtigung in den Fragen der globalen Ethik erfordert. Gleichzeitig sehen sich feministische Perspektiven in der Forschung, im Aktivismus und in der Politik zunehmend mit öffentlich geäußerten und durchgesetzten antifeministischen Standpunkten konfrontiert. Angesichts des Spannungsfeldes zwischen notwendiger Einbeziehung feministischer Standpunkte einerseits und der Ablehnung dieser Standpunkte andererseits möchten wir in diesem Schwerpunkt unter anderem folgende Fragen diskutieren:

• Wann und wie können feministische Perspektiven in den Themen globaler Ethik wirksam werden?

• Welchen Problemen sind diese Ansätze praktisch und theorieimmanent ausgesetzt?

• Welche Probleme ergeben sich aus den vergeschlechtlichten Dimensionen von Globalisierung?

• Wie beeinflussen politische und ökonomische Prozesse der Globalisierung feministische Theoriebildung?

• Welche Potenziale hält die Einbeziehung feministischer und/oder intersektionaler Ansätze für Theorien und Praktiken globaler Ethik bereit?

• Welche Chancen und Herausforderungen stellen sich angesichts der Globalisierung für feministische Theorien und Praktiken?

• Welchen Mehrwert können die unterschiedlichen feministischen Perspektiven anbieten, um die komplexen Probleme einer sich zusehends globalisierenden Welt adäquater und umfassender begreifbar zu machen, bspw. wenn man ein Thema wie Konsum betrachtet? In der deutschsprachigen philosophischen Debatte finden feministisch-globalethische Ansätze bisher kaum Beachtung, auch in Einführungen und Sammelbänden zu Einzelthemen der globalen Ethik sind sie – wenn überhaupt – randständig vertreten.

Daher kann der Schwerpunkt ein Ausgangspunkt sein, um die Diskussionen in anderen Wissenschaften wie den Gender Studies oder der Politikwissenschaft zu transnationalen feministischen Perspektiven philosophisch fruchtbar zu machen und mit philosophischen feministischen Theorien zu verbinden.

Die ausgewählten Beiträge sollen das gesamte Spektrum der globalen Ethik erfassen. Die Einreichungsfrist für die Beiträge ist der 31.01.2023. Die Einreichung erfolgt über die Homepage der ZfPP https://www.praktische-philosophie.org/zfpp/ schwerpunkte.

Informationen zu Umfang und Gestaltung desManuskripts finden Sie hier: www.praktische-philosophie.org. Bei Rückfragen, insbesondere zur thematischen Ausrichtung der Beiträge, kontaktieren Sie gern die Schwerpunktherausgeber:innen: Franziska Paulmann (f.paulmann@gmx.de) oder Jens Schnitker-v.Wedelstaedt (jschnitker@philsem.unikiel.de).