Sexueller Zugang aus der Ferne

Autor:innen

  • Teresa Baron University of Nottingham

Schlagwörter:

Konsumentscheidungen, Pornografie, sexuelle Gewalt, Zustimmung, Komplizenschaft

Key words:

Consumer choices, Pornography, sexual violence, Consent, complicity

Abstract

Der Konsum von Online-Pornos, eine relativ weit verbreitete Praxis, hat im Vergleich zur philosophischen Diskussion über die abstrakte Natur der Pornografie und im Vergleich zur Ethik anderer Konsumentscheidungen vergleichsweise wenig philosophische Aufmerksamkeit erfahren. In diesem Beitrag argumentiere ich, dass die Entscheidung für den Konsum solcher Medien eine Mitschuld an zutiefst schädlichen Praktiken impliziert. Angesichts der weit verbreiteten Gewalt und Ausbeutung in der Pornografieproduktion akzeptieren Konsumenten ein erhebliches Risiko, dass das konsumierte Material gefilmten Missbrauch oder Vergewaltigung zeigt. Indem man dieses Risiko durch den Konsum von Pornografie eingeht, behandelt man andere auf eine Weise als Mittel zur persönlichen Befriedigung, die ethisch nicht zu rechtfertigen ist. Im zweiten Teil des Artikels, präsentiere ich ein weiteres Problem des Konsums von Online-Pornografie – unabhängig davon, ob sie gewalttätig ist oder nicht –, da der sexuelle Zugang zu anderen durch den Konsum dieser Medien eine Form sexueller Aktivität darstellt, die den allgemein anerkannten Standards einer sinnvollen (moralisch transformierenden) Einwilligung nicht genügt.

English version

For a relatively ubiquitous practice, the consumption of online porn by individual agents has received relatively little philosophical attention. In this paper, I turn a critical lens onto consumer demand for online pornography: I argue that the choice to consume such media implies complicity with, and contributes to demand for, deeply harmful practices. In light of the prevalence of violence and exploitation in the production of pornography, consumers accept a significant risk that the material they consume is filmed abuse or rape. Accepting this risk by choosing to consume pornography treats others as a means to personal gratification in a way that cannot be ethically justified. I then present a further problem for the consumption of online pornography – whether violent or not – on the ground that sexual access to others through consumption of these media constitutes a form of sexual activity falling short of widely accepted standards for meaningful (morally transformative) consent.

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Zitationsvorschlag

Baron, Teresa. 2026. “Sexueller Zugang Aus Der Ferne”. Zeitschrift für Praktische Philosophie 13 (1). https://doi.org/10.22613/zfpp/13.1.1.

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